Pflegeportal

Das Pflegeportal Weser-Ems bietet unterschiedlichen NutzerInnen-Gruppen die Möglichkeit einen stationären Pflegeplatz zu suchen. Über einen niederschwelligen Zugang für die Öffentlichkeit (also BürgerInnen und deren Angehörige, (niedergelassene) ÄrztInnen oder bspw. Rettungsleitstellen) können Betroffene spontan nach einem freien Kurz- oder Langzeitpflegeplatz suchen, um für eine einsetzende Pflegebedürftigkeit der suchenden Person Abhilfe zu schaffen.

 

Zusätzlich bildet das Pflegeportal Weser-Ems das Entlassmanagement über den Bereich des Expertensystems ab und unterstützt die bessere Planbarkeit für das Krankenhaus sowie den/ die PatientIn und deren Angehörige, indem in der digitalen Plattform eine Suche für die Nachversorgung frühzeitig gestartet werden kann. Dabei greifen die öffentliche Suche und das Expertensystem auf dieselbe Datenbasis zurück.

 

Das Pflegeportal Weser-Ems wird von noch einer weiteren Gruppe aus AkteurInnen begleitet. Die kommunalen AnsprechpartnerInnen aus der Weser-Ems Region werden ebenfalls Teil des Pflegeportals und explizit des Expertensystems sein. Sie haben, ebenso wie die VertreterInnen der Kliniken und der Pflegeeinrichtungen den Login in die FachanwenderInnen-Nutzung. Darüber sind sie berechtigt qualifizierte Betroffenenprofile anzulegen, anhand deren Information dann ein stationärer Pflegeplatz gesucht werden kann.

Pflegeplatzsuche

Projekt Pflegeportal mit seinen Bausteinen

Die „Entwicklung und Erprobung eines Pflegeportals“ ist ein gemeinschaftliches Projekt des Projektträgers der Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems, welche aus 12 Landkreisen und 5 kreisfreien Städten im nordwestlichen Niedersachsen besteht. In Einbezug von Rehakliniken und Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen sowie den kommunalen Trägern wird mit Hilfe des Projekts eine Plattform etabliert, auf der Kurz- und Langzeitpflegeplätze vermittelt werden können. Die 4-jährige Projektlaufzeit umfasst dabei die Entwicklung und Implementierung bis zum 30. November 2021, der sich eine 3-jährige Erprobungsphase bis zum 30. November 2024 anschließt. Durch den Antragssteller GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. wird das Projekt gemeinsam mit dem Dienstleistungsanbieter, der Recare Deutschland GmbH und den drei Arbeitskreisen ebenso wie alle weiteren, wichtigen AkteurInnen umgesetzt und ist im Dezember 2020 gestartet.

Innerhalb der Umsetzung des Projekts zur „Entwicklung und Erprobung eines Pflegeportals“ Weser-Ems gibt es 5 Projektbausteine, die bearbeitet werden.

Der Projektbaustein 1 umfasst die Entwicklung und Etablierung einer Suchfunktion für die Öffentlichkeit, also BürgerInnen, deren Angehörige, (niedergelassene) ÄrztInnen und z.B. Rettungsleitstellen, die einen stationären Pflegeplatz benötigen. Die Suchfunktion ist so konzipiert, dass die Öffentlichkeit mithilfe weniger Angaben eine Liste an Einrichtungen aufgezeigt bekommt, die freie Kapazitäten haben, neue PatientInnen aufzunehmen.

Der/ die Suchende kann die Pflegeeinrichtungen mit freien Kapazitäten direkt kontaktieren, um den Pflegebedarf anzumelden und Details zur Situation zu besprechen.

Innerhalb des Projektbausteins 2 wird die Suchfunktion für FachanwenderInnen konzipiert und implementiert. FachanwenderInnen sind die „Sender“ innerhalb des System und umfassen Rehakliniken, Krankenhäuser, die kommunalen Träger oder ggf. registrierte Pflegeeinrichtungen. Ziel ist hier eine qualifizierte Eingabemaske in das Portal zu integrieren, um darin das jeweilige PatientInnenprofil zu erstellen und die Suche nach einem adäquaten Pflegeplatz anzustoßen.

Das angelegte PatientInnenprofil, welches sensible Daten des/ der PatientIn enthält, wird anonymisiert an potenzielle „Empfänger“, also Pflegeeinrichtungen, versendet, um für registrierte Pflegeeinrichtungen sichtbar zu werden. Bei positiver Rückmeldung aus den Pflegeeinrichtungen wird der/ die PatientIn informiert, sodass im weiteren Schritt Detailklärungen stattfinden können.

Der Projektbaustein 3 beschäftigt sich mit der Eingabeoption für den „Empfänger“, also die Pflegeeinrichtung. Das Arbeitspaket sieht dabei eine aktive Nutzung des Portals für Pflegeeinrichtungen vor, um deren Belegung zu optimieren.

Die Pflegeeinrichtungen haben über die Plattform des Pflegeportals die Möglichkeiten ihre derzeitigen Kapazitäten einzustellen und sichtbar zu machen, sodass sie sowohl im öffentlichen Suchbereich (wenn sie im Such-Umkreis befinden) als auch in der FachanwenderInnen-Suche erscheinen.

Je nach Gesuch – ob im privaten, öffentlichen Bereich oder bei den FachanwenderInnen, erhalten die Pflegeeinrichtungen mit verfügbaren Kapazitäten Pflegeplatzanfragen, welche sie bearbeiten können, um einen möglichen Pflegeplatz anzubieten.

Zur Qualitätssicherung wird im Projektbaustein 4 ein Verfahrenshandbuch erstellt, welches die Einrichtung und Umsetzung von Standards umfassen soll.

Das Verfahrenshandbuch wird gemeinsam vom Antragssteller, GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. und dem Dienstleister, der Recare Deutschland GmbH erstellt und beinhaltet die Elemente zum Betriebs-, dem Kommunikations-, Schulungs- und Qualitätsmanagementkonzept.

Durch den Projektbaustein 5 wird das Projektmanagement innerhalb der „Entwicklung und Erprobung eines Pflegeportals“ Weser-Ems sichergestellt.

Die ziel-, zeit- und richtliniengerechte Projektumsetzung obliegt dem Antragssteller, GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. in Kooperation mit dem Projektträger der Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems.

Das umfasst alle mit dem Projekt verbundenen organisatorischen und steuerungstechnischen Aufgaben.

Die effizientesten Lösungen stammen häufig aus dem System selbst, weshalb die Projektbeteiligten überzeugt sind, insbesondere auch auf die Erfahrungen der ExpertInnen aus den Kommunen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zurückzugreifen.

Durch Bildung der drei Arbeitskreise „kommunale Mittler“, „Fachnutzer/ Kliniken“ und „Pflegeeinrichtungen“ sind diese kontinuierlich am Aufbau und der Umsetzung des Pflegeportals Weser-Ems beteiligt.

Das ermöglicht es den ExpertInnen ihr Fachwissen einzubringen, um im Verlauf des Projekts das Pflegeportal so zu gestalten, dass die für ExpertInnen wichtigen Voraussetzungen inkludiert sind.

Projektphasen

Im Rahmen des Projekts „Entwicklung und Erprobung eines Pflegeportals“ sind innerhalb eines breiten, regionalen Beteiligungsprozesses in der Weser-Ems Region der Handlungsansatz „Gesundheit“ priorisiert und der Handlungsbedarf zur Etablierung eines Pflegeportals herausgearbeitet worden. Zusätzlich fand im September 2020 eine Umfrage in den Pflegeeinrichtungen der Weser-Ems statt, die zu dem Ergebnis geführt hat, dass 92% aller Befragten das Projekt eines Pflegeportals für sinnvoll erachten und 84% auch freie Pflegekapazitäten melden sowie sich an der Umsetzung des Portals beteiligen würden.

Nach der Priorisierung und dem Entschluss aus der Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems ein regionsweites Pflegeportal zu etablieren, ist das Projekt in die Planungs- und Konzipierungsphase übergegangen. Es wurde das Ziel der Schaffung von Transparenz im Pflegeplatzmarkt als Kernanliegen des Projekts festgelegt und somit die Idee einer bereichsübergreifenden Suchfunktion (Einbezug von Öffentlichkeit, FachanwenderInnen und der Kommune) weiterentwickelt. Es soll eine Plattform geschaffen werden, die bisher bestehende Plattformen zur Suche von Pflegeplätzen erweitert. Das beinhaltet z.B. die Funktion auf tatsächlich, freie Kapazitäten in den Pflegeeinrichtungen bzw. den Einbezug der kommunalen Träger als vermittelnde Instanz zwischen FachanwenderInnen und BürgerInnen.

Der vollständige Projektantrag wurde schließlich dem niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung übergeben. Diese erteilten einen Zuwendungsbescheid im Dezember 2020, sodass das Projekt und dessen Umsetzung starten konnte. Es schloss sich unmittelbar an den Zuwendungsbescheid das öffentliche Vergabeverfahren zur Auswahl eines IT-Anbieters an. Das Vergabeverfahren wurde bis Ende Januar 2021 über einen Anwalt für Vergaberecht begleitet und es schloss sich im Februar 2021 die Entscheidung für die Auswahl der Recare Deutschland GmbH an. Unmittelbar nach Vertragsabschluss mit der Recare Deutschland GmbH erfolgte die Auftaktveranstaltung (Ende Februar 2021) und damit die konkrete Entwicklung und Umsetzung des Pflegeportals Weser-Ems.

Mit Bildung der drei Arbeitskreise und somit dem Einbezug von FachexpertInnen begann der Aufbau der Plattform des Pflegeportals, um dort die Suchmöglichkeit für alle beteiligten AkteurInnen (Rehakliniken und Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, kommunale Träger und die Öffentlichkeit) zu hinterlegen. Mit „Live“-Gang der Plattform am 30.06.2021 startet die nun öffentliche Suche von Kurz- und Langzeitpflegeplätzen in der Weser-Ems Region. An den „Live“-Gang werden sich weitere Feedbackschleifen anschließen, um das Portal stetig weiterzuentwickeln und so effizient wie möglich zu gestalten.

Das offizielle Projektende für den Antragsteller und Durchführer des Projekts, den GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V., ist am 30.11.2021. An diesen Zeitpunkt anschließend werden die beteiligten AkteurInnen das Pflegeportal Weser-Ems auf „Herz und Nieren“ testen. Die Erprobungsphase endet dann mit dem 30.11.2024. Bis zu diesem Zeitpunkt wird entschieden werden, ob sich das Pflegeportal, wie in der Konzipierungsphase angedacht, bewährt hat und in die weitere Versorgungslandschaft mit eingebunden werden kann

Fördermittelgeber

Das Projekt wird mit einer Fördersumme von 154.300 Euro mit jeweils 50 % von der Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems und vom Niedersächsische Ministerium für Bundes und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung finanziert.

Die Themenpatenschaft für das Projekt liegt beim Landkreis Osnabrück.